Begegnungen mit Anstand - kleiner Knigge
Begegnungen mit Anstand - kleiner Knigge
Sonntag, 2. März 2008
Begegnungen mit Anstand – kleiner Knigge für Hundehalter
Auf immer kleiner werdendem Raum leben immer mehr Menschen. Unliebsame Begegnungen nehmen zu. Das Netzwerk Ostschweizer Tierpsychologen wirbt daher für Begegnungen mit mehr Verständnis, dies ist ganz einfach, wenn man folgende Punkte berücksichtigt:
Begegnungen an der Leine – Lieben Sie alle Menschen?
Welcher Mensch kann schon von sich behaupten, dass er jeden Menschen den er trifft sofort mag, und Lust hat sich mit ihm zu unterhalten? Niemand.
Genau dies verlangen wir aber von unseren Hunden, wenn wir das Gefühl haben, jede Begegnung mit Artgenossen müsste ohne Leine geschehen. Es gibt verschiedene Gründe warum ein Hund angeleint ist und diese gilt es zu respektieren. Mögliche Gründe warum ein Hund angeleint ist oder im Fuss bei seinem Besitzer läuft:
-läufige Hündin, frisch operierter Hund
-kranker Hund, blinder Hund
-Hund mag nicht mit anderen Hunden kommunizieren etc.
Darum respektieren Sie bitte die einfache Regel: Kommt ein Hundeführer mit seinem Hund an der Seite (mit oder ohne Leine) so ist es anständig seinen Hund kontrolliert vorbeizuführen. In Absprache der Hundeführer können die Hunde immer noch miteinander spielen.
Begegnungen mit Mitmenschen – Angst vor Schlangen?
Haben Sie Angst vor Schlangen, Spinnen, oder sonst etwas? Es gibt viele Menschen die Angst vor Hunden haben, oder Hunde schlicht nicht besonders mögen und daher auf eine Nahbegegnung verzichten können. Hier bringt es nichts, wenn Sie als Hundehalter dem Walker, Spaziergänger oder Jogger zurufen „Mein Hund tut nix“, denn bei einer Phobie tröstet das niemanden. Nun steht die Angst vor Hunden keinem auf die Stirn geschrieben, daher gilt, Hund beim „kreuzen“ mit Mitmenschen unter Kontrolle bei sich behalten und auf keinen Fall jeden Mitmenschen begrüssen lassen.
Begegnungen mit Respekt – Zeit zum reagieren
Damit wir als Hundehalter Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen können, benötigen wir deren Hilfe. Daher empfehlen wir Radfahrern, Joggern, Walkern, bitte kündigen Sie sich an, wenn Sie das Gefühl haben, der Hundehalter habe sie nicht bemerkt. Tun sie dies frühzeitig, damit der Hundeführer den Hund abrufen und zu sich nehmen kann.
Begegnungen mit Abstand – Mit jedem auf Tuchfühlung gehen?
Wenn Menschen miteinander sprechen, halten sie immer einen gewissen Abstand zueinander ein. Je vertrauter man sich ist, desto kleiner ist dieser Abstand. Auch Hunde benötigen einen gewissen Abstand zu fremden Menschen und Hunden. Daher ist es wichtig, dass Fahrradfahrer, Jogger, Walker und Spaziergänger diesen Abstand dem Hund gegenüber respektieren und nicht haarscharf an einem Hund vorbeiflitzen und diesen somit bedrängen. Bedrängnis löst Gegenwehr aus und an der Leine ist Flucht nicht möglich. Horchen Sie in ihr inneres – beschleicht Sie in einem eng besetzten Lift nicht auch ein gewisses Unwohlsein? Anderen geht es ebenso.
Begegnungen mit Kindern – Erwachsene tragen die Verantwortung
Besonders delikat sind die Begegnungen mit Kindern. Hier zeichnen sich Eltern dafür verantwortlich, dass sie ihr Kind nicht an einen Hund herantreten lassen ohne vorher den Hundehalter um Erlaubnis gefragt zu haben. Früher ging man davon aus, dass Kinder einen gewissen Schutz gegenüber Hunden geniessen. Dies wurde wissenschaftlich längst widerlegt. Im Gegenzug schätzen es Eltern auch nicht, wenn Hundehalter ihren Hund an ein Kind herantreten lassen. Nicht jedes Kind ist den Umgang mit Hunden gewohnt und nicht jedes Kind muss Hunde mögen. Gerade Kleinkinder begegnen Hunden auf Augenhöhe. Kinder können sich nicht selber wehren, daher sind wir Erwachsenen verantwortlich für die Kinder. Nehmen wir diese Verantwortung ernst und vermeiden meist gravierende Zwischenfälle.
"Wer was gelten will, muss andere gelten lassen."
Zitat Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Text: Tierpsychologen.ch
Bild: Wäller vom Bärenbrunnerhof, R. De Pellegrini Photo, rdp-photo.net