Paradoxe Hundehalter?
Paradoxe Hundehalter?
Mittwoch, 3. Juni 2009
Text: Isabelle Merk
Bild: Ruggero De Pellegrini
Der Alltag als Hundetrainerin und Tierpsychologin versetzt einem immer mal wieder in ungläubiges Staunen. Man trifft Menschen die sich wirklich viele Gedanken bei der Auswahl des passenden Hundes machen was einem eigentlich laut „jauchzen“ lassen müsste.
Es ist wundervoll zu sehen, wenn künftige Hundehalter bei der Auswahl des Züchters höchste Sorgfalt walten lassen, sich über alles informieren und viel Zeit und Liebe investieren um dem neuen Familienmitglied ein schönes Leben zu ermöglichen.
Umso mehr erstaunt es, wenn einem solche Leute dann berichten wie sie mit ihrem Hund trainieren. Hier scheint manchmal all die Sorgfalt bereits für das Aussuchen des passenden Hundes investiert worden zu sein. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass man als tierliebender Hundehalter heute noch auf Trainingsplätzen übt auf denen mit Wurfketten herumgeworfen wird, Welpen mittels Alphawurf in den Boden gedrückt werden oder an der Leine herumzerren als adäquates Mittel zum Ziel eingesetzt wird? Hier müssten doch eigentlich sämtliche Alarmglocken läuten, denn nein, es ist weder notwendig noch sinnvoll dem Hund so etwas anzutun. Es ist lediglich ein Zeichen von einem überforderten Trainer der es offensichtlich nicht besser weiss oder nicht bereit ist dazuzulernen. Das Wissen um die lerntheoretischen Grundlagen ist nicht neu und eigentlich auch nicht sehr kompliziert, daher dürfte es theoretisch solche Bilder auf Hundeplätzen nicht mehr geben. Trotzdem sind sie Realität und leider auch für viele Menschen Normalität. Ist doch in der Tat sehr paradox, nicht?